05-08-2002 Lago Titicaca

Lago Titicata

Nachdem ich von La Paz wieder auf's Altiplano geklettert bin, ging es Richtung Lago Titicaca. Was fuer ein Anblick nach so viel Trockenheit in den letzten Wochen! Besonders die Fahrt entlang des Sees auf der bolivianischen Seite war herrlich: tiefblaues Wasser, ein grosser Schilfgürtel am Ufer und immer mal wieder ein Fischer mit seinem Segelboot. Die erste Nacht habe ich in einem kleinen, einfachen Hotel direkt am Wasser verbracht; was fuer eine Lage! Dass eine Uferstrasse nicht unbedingt flach sein muss, habe ich am nächsten Tag wieder einmal eindrücklich erfahren: Der unerwartete Pass ging ganz schoen in die Beine. Nicht die höchsten Pässe sind die schwierigsten, es sind die unerwarteten!! Dafür hatte ich von der Höhe eine grandiose Aussicht auf den See. Nach Copacabana ging es über die Grenze nach Peru. Hier folgte die Strasse nicht mehr ganz direkt dem Ufer entlang, dafür war es jetzt flach. Ich bin froh, hier in Puno zu sein und hoffe dass ich nun die verkehrsreichen Strassen hinter mir habe.

08-08-2002 Puno - Arequipa

Lagunas Legunillas, auf dem Weg nach Arequipa

Von Puno aus ging es wieder in die Berge. Die Fahrt nach Arequipa stand auf dem Programm. Kaum hatte ich Juliaca hinter mir, war der Verkehr nur noch sehr schwach, die Dörfer kleiner und die Menschen freundlicher. Ich war in Hochstimmung und freute mich auf den Pass. Zuerst ging es noch über eine lange Hochebene, ehe die Strasse dann anstieg. Dann die grosse Überraschung: haben die doch tatsächlich eine neue, perfekt asphaltierte Strasse gebaut! Ich war fast ein wenig Enttäuscht, nahm sie dann aber doch dankend. Am zweiten Tag führte die Strasse um die Lagune Legunillas - ein grosser See. Eine unglaublich schöne Landschaft: rote Erde, golden leuchtendes Gras, ein tiefblauer See und im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Es ist unmöglich diese Farben in Worten zu beschreiben! Wie bei einem Pass in den Anden üblich, gibt es nicht einfach eine Steigung und eine Abfahrt, sondern es ist ein dauerndes Auf und Ab, dass schliesslich im Höhepunkt Crucero Alto, 4500m gipfelte. Danach wured die Gegend deutlich trockener und weniger farbig. dafür tauchten nun die Vulkane 'el Mist', 'Pichu Pichu' und ' Chanchani' am Horizont auf. Als Dessert gab es am letzten Tag noch eine 2000 Hm Abfahrt nach Arequipa. Mit bis zu 70 Sachen donnerte ich die perfekte Strasse runter. Hier bin ich nun seit langer Zeit zum ersten Mal deutlich unter 4000m. Arequipa ist eine sehr schöne Stadt. Viele Häuser sind aus weissem Vulkan-Gestein gebaut. Das gibt der Stadt ein ganz bestimmtes Flair.

12-08-2002 Vulkan 'el Misti'

Sicht von Arequipa auf den Vulkan 'el Misti'

Areqipa liegt am Fusse eines schönen Vulkanes: el Misti. Dieser sieht genau so aus, wie ein Kind einen Vulkan zeichnen würde: ein perfekter Kegel mit einem Krater. In den letzten 2 Tagen habe ich diesen Vulkan mit einer Gruppe bestiegen. Von Areqipa aus ging es zuerst mit einem 4x4 bis zum Fuss des Berges auf 3400m. Schon zu Beginn war der Weg oft sanding und man konnte erahnen, was einem weiter oben erwartet. Auf 4500m haben wir unsere Zelte aufgebaut. Am Abend gab es eine grandiose Sicht auf das nächtlich erleuchtete Arequipa. Um 3 Uhr in der Früh ging es dann los: Der Weg auf den Vulkan ist technisch sehr einfach, nur ist es halt oft sehr sandig... (zwei vor, eins zurück). Nach 5 1/2 Std. haben schliesslich 4 von uns 6 den Gipfel des 'el Misti' auf 5825m erreicht. Die Aussicht war absolut genial. Vor allem der riesige Schatten des Miste selber über Arequipa. Runter ging es dann etwas schneller: quasi diretissima rannten wir die riesigen Sand- und Geröllfelder runter und vernichteten so innerhalb kürzester Zeit wieder 2000Hm.

18-08-2002 Pata Pampa

Chivay - Cusco

Auf dem Weg von Arequipa zum Colca-Cayon gibt es den ersten ganz grossen Pass zu überwinden: Pata Pampa 4850m. Die ach so geniale Abfahrt über 2000Hm, welche ich vor ein paar Tagen runter gefahren bin, gilt es nun in umgekehrter Richtung zu überwinden. Dann ist fertig mit Asphalt und eine Super-Rüttelpiste folgt. Es geht über grosse, weite Hochebenen mit grossen Alpaca-Herden Richtung Pass. Dieser hat es in sich: Gerade als ich zum Jubeln ansetzen will, stürzt die Strasse noch einmal in ein Tal, nur um gleich danach noch höher zu steigen. Dann aber ist es geschafft und ich werde mit einer grossartigen Aussicht auf die umliegenden Vulkane belohnt. In nur gerade 25km stürzt die Strasse danach 1200m in die Tiefe. Dies aber auf einer derart schlechten Piste, dass ich auch im Schritttempo fahrend bald jeden Knochen spüre. Was gibt es danach besseres, als ein Bad in einer Thermal Quelle? Genau das gibt es hier und ich habe es selten so genossen...

18-08-2002 Colca Canyon

Condor

Der Rio Colca hat hier eine der tiefsten Schluchten der Welt in die Erdkruste genagt. Ich fahre auf der Südseite auf einer furchtbaren Schotterpiste dem Canyon entlang. Zu beiden Seiten des Tales liegen schöne, kleine Dörfer. Die ganzen Hänge sind terrassiert und bewirtschaftet. Ein wunderschöner Anblick! Der Hoehepunkt folgt dann aber am zweiten Tag beim Cruz der Condor, dem tiefsten Punkt des Canyons (1300m). In der morgentlichen Thermik ziehen dutzende von Kondoren ihre Kreise direkt ueber meinem Kopf. Bie Voegel mit ca. 2m Spannweite sind zum Teil nur 10m über mir! Es ist ein gigantisches Schauspiel!

20-08-2002 Colca Canyon - Cusco

Inkamauern in Cusco

Auf diese Strecke war ich ganz besonders gespannt. Das einzige was ich darüber wusste, war der Strich auf meiner Karte, dass es ca 250km sind und dass die Strecke nicht asphaltiert ist.

Am ersten Tag geht es durch das schöne Tal des Rio Colca, vorbei an vielen einfachen Dörfern mit viel Landwirtschaft. Dann aber steigt die Strasse schon bald an. Ein Pass genau nach meinem Gusto steht an: in vielen Spitzkehren geht es schnell hoch bis auf 4750m. Danach sofort wieder eine Abfahrt zum Rio Colca, den man hier mit einer Staumauer gestaut hat. Kaum über dem Fluss steigt die Strasse schon wieder an und führt wieder bis auf 4750m! Kurz vor dem Pass treffe ich Johan (Hol) und Wilhelmine (Can), die auch mit dem Rad unterwegs sind. Zusammen fahren wir die nächsten Tage bis nach Cusco. Am nächsten Tag ist dann das Gelände etwas moderater, führt über das hügelige Altiplano, vorbei an vielen einfachen Hütten aus Lehm und Strohdächern und kurz vor Sicuani 'nur' noch über einen 4300m hohen Pass. Durch ein immer grüner (Bäume !!!) werdendes Tal erreichen wir schliesslich diese Stadt und haben nun definitiv das Altiplano verlassen. Hier treffen wir zum ersten mal nach 370km wieder auf Asphalt, was uns so anspornt, dass wir die 142km bis Cusco gleich in einem Tag fahren (davon die ersten 100km mit einem 30km/h Schnitt !). Hier in Cusco bin ich nun in der ehemaligen Hauptstadt der Inkas und in der heutigen touristischen Hauptstadt Südamerikas.

27-08-2002 Manu National Park

schwarzer Kaiman

Nachdem ich so schnell hier in Cusco war, habe ich mir ein paar Tage 'Ferien' im Manu National Park gegönnt.

Mit einem Bus geht es von Cusco über die letzten Pässe runter uns Amazonas Becken. Innerhalb von wenigen Kilometern wechselt die Vegetation von der trockenen Puna in Regenwald. Auf einer spektakulären Strasse geht es runter in den Dschungel. Während 5 Tagen sind wir nun auf dem Rio Madre Dios und dem Rio Manu mit einem Boot unterwegs. Wir beobachten eine Unmenge von Tieren (Kaimane, Giant- Otter, 'Riesen-Meerschweine' (60Kg schwer), Papageie und viele andere Voegel, Tarantulas und andere Spinnen, 'walkingstick' und viele andere kuriose Insekten), Interessante Bäume und Pflanzen in einer gigantischen Fuelle.

29-08-2002 Urubamba Tal

Inkaruinen bei Pisac

Während 3 Tagen fahre ich auf einer Rundtour durch das Urubamba Tal. Ein grünes, fruchtbares Tal mit viel Landwirtschaft und steilen Hängen zu beiden Seiten. In Cusco, Ollantaytambo und Pisac besuche Ich Inca Ruinen. Besonders die spektakuläre Präzision ihrer Mauern fasziniert mich immer wieder. Die grossen Steine sind ohne Moertel aufeinander geschichtet und so präzise gearbeitet, dass kein Blatt Papier in die Ritzen passt.