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Nachdem ich von La Paz wieder auf's Altiplano geklettert bin, ging es Richtung Lago Titicaca. Was fuer ein Anblick nach so viel Trockenheit in den letzten Wochen! Besonders die Fahrt entlang des Sees auf der bolivianischen Seite war herrlich: tiefblaues Wasser, ein grosser Schilfguertel am Ufer und immer mal wieder ein Fischer mit seinem Segelboot. Die erste Nacht habe ich in einem kleinen, einfachen Hotel direkt am Wasser verbracht; was fuer eine Lage! Dass eine Uferstrasse nicht unbedingt flach sein muss, habe ich am naechsten Tag wieder einmal eindruecklich erfahren: Der unerwartete Pass ging ganz schoen in die Beine. Nicht die hoechsten Paesse sind die schwierigsten, es sind die unerwarteten!! Dafuer hatte ich von der Hoehe eine grandiose Aussicht auf den See. Nach Copacabana ging es ueber die Grenze nach Peru. Hier folgte die Strasse nicht mehr ganz direkt dem Ufer entlang, dafuer war es jetzt flach. Ich bin froh, hier in Puno zu sein und hoffe dass ich nun die verkehrsreichen Strassen hinter mir habe.
Von Puno aus ging es wieder in die Berge. Die Fahrt nach Arequipa stand auf dem Programm. Kaum hatte ich Juliaca hinter mir, war der Verkehr nur noch sehr schwach, die Doerfer kleiner und die Menschen freundlicher. Ich war in Hochstimmung und freute mich auf den Pass. Zuerst ging es noch ueber eine lange Hochebene, ehe die Strasse dann anstieg. Dann die grosse Ueberraschung: haben die doch tatsaechlich eine neue, perfekt asphaltierte Strasse gebaut! Ich war fast ein wenig Enttaeuscht, nahm sie dann aber doch dankend. Am zweiten Tag fuehrte die Stasse um die Lagune Legunillas - ein grosser See. Eine unglaublich schoene Landschaft: rote Erde, golden leuchtendes Gras, ein tiefblauer See und im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Es ist unmoeglich diese Farben in Worten zu beschreiben! Wie bei einem Pass in den Anden ueblich, gibt es nicht einfach eine Steigung und eine Abfahrt, sondern es ist ein dauerndes Auf und Ab, dass schliesslich im Hoehepunkt Crucero Alto, 4500m gipfelte. Danach wured die Gegend deutlich trockener und weniger farbig. dafuer tauchten nun die Vulkane 'el Mist', 'Pichu Pichu' und ' Chanchani' am Horizont auf. Als Dessert gab es am letzten Tag noch eine 2000 Hm Abfahrt nach Arequipa. Mit bis zu 70 Sachen donnerte ich die perfekte Strasse runter. Hier bin ich nun seit langer Zeit zum ersten Mal deutlich unter 4000m. Arequipa ist eine sehr schoene Stadt. Viele Haeuser sind aus weissem Vulkan-Gestein gebaut. Das gibt der Stadt ein ganz bestimmtes Flair.

Areqipa liegt am Fusse eines schoenen Vulkanes: el Misti. Dieser sieht genau so aus, wie ein Kind einen Vulkan zeichnen wuerde: ein perfekter Kegel mit einem Krater. In den letzten 2 Tagen habe ich diesen Vulkan mit einer Gruppe bestiegen. Von Areqipa aus ging es zuerst mit einem 4x4 bis zum Fuss des Berges auf 3400m. Schon zu Beginn war der Weg oft sanding und man konnte erahnen, was einem weiter oben erwartet. Auf 4500m haben wir unsere Zelte aufgebaut. Am Abend gab es eine grandiose Sicht auf das naechtlich erleuchtete Arequipa. Um 3 Uhr in der Frueh ging es dann los: Der Weg auf den Vulkan ist technisch sehr einfach, nur ist es halt oft sehr sandig... (zwei vor, eins zurueck). Nach 5 1/2 Std. haben schliesslich 4 von uns 6 den Gipfel des 'el Misti' auf 5825m erreicht. Die Aussicht war absolut genial. Vor allem der riesige Schatten des Miste selber ueber Arequipa. Runter ging es dann etwas schneller: quasi diretissima rannten wir die riesigen Sand- und Geroellfelder runter und vernichteten so innerhalb kuerzester Zeit wieder 2000Hm.
Auf dem Weg von Arequipa zum Colca-Cayon gibt es den ersten ganz grossen Pass zu ueberwinden: Pata Pampa 4850m. Die ach so geniale Abfahrt ueber 2000Hm, welche ich vor ein paar Tagen runter gefahren bin, gilt es nun in umgekehrter Richtung zu ueberwinden. Dann ist fertig mit Asphalt und eine Super-Ruettelpiste folgt. Es geht ueber grosse, weite Hochebenen mit grossen Alpaca-Herden Richtung Pass. Dieser hat es in sich: Gerade als ich zum Jubeln ansetzen will, stuerzt die Strasse noch einmal in ein Tal, nur um gleich danach noch hoeher zu steigen. Dann aber ist es geschafft und ich werde mit einer grossartigen Aussicht auf die umliegenden Vulkane belohnt. In nur gerade 25km stuerzt die Strasse danach 1200m in die Tiefe. Dies aber auf einer derart schlechten Piste, dass ich auch im Schritttempo fahrend bald jeden Knochen spuere. Was gibt es danach besseres, als ein Bad in einer Thermal Quelle? Genau das gibt es hier und ich habe es selten so genossen...
Der Rio Colca hat hier eine der tiefsten Schluchten der Welt in die Erdkruste genagt. Ich fahre auf der Suedseite auf einer furchtbaren Schotterpiste dem Canyon entlang. Zu beiden Seiten des Tales liegen schoene, kleine Doerfer. Die ganzen Haenge sind terrassiert und bewirtschaftet. Ein wunderschoener Anblick! Der Hoehepunkt folgt dann aber am zweiten Tag beim Cruz der Condor, dem tiefsten Punkt des Canyons (1300m). In der morgentlichen Thermik ziehen dutzende von Kondoren ihre Kreise direkt ueber meinem Kopf. Bie Voegel mit ca. 2m Spannweite sind zum Teil nur 10m ueber mir! Es ist ein gigantisches Schauspiel!

Auf diese Strecke war ich ganz besonders gespannt. Das einzige was ich darueber wusste, war der Strich auf meiner Karte, dass es ca 250km sind und dass die Strecke nicht asphaltiert ist.
Am ersten Tag geht es durch das schoene Tal des Rio Colca, vorbei an vielen einfachen Doerfern mit viel Landwirtschaft. Dann aber steigt die Strasse schon bald an. Ein Pass genau nach meinem Gusto steht an: in vielen Spitzkehren geht es schnell hoch bis auf 4750m. Danach sofort wieder eine Abfahrt zum Rio Colca, den man hier mit einer Staumauer gestaut hat. Kaum ueber dem Fluss steigt die Strasse schon wieder an und fuehrt wieder bis auf 4750m! Kurz vor dem Pass treffe ich Johan (Hol) und Wilhelmine (Can), die auch mit dem Rad unterwegs sind. Zusammen fahren wir die naechsten Tage bis nach Cusco. Am naechsten Tag ist dann das Gelaende etwas moderater, fuehrt ueber das huegelige Altiplano, vorbei an vielen einfachen Huetten aus Lehm und Strohdaechern und kurz vor Sicuani 'nur' noch ueber einen 4300m hohen Pass. Durch ein immer gruener (Baeume !!!) werdendes Tal erreichen wir schliesslich diese Stadt und haben nun definitiv das Altiplano verlassen. Hier treffen wir zum ersten mal nach 370km wieder auf Asphalt, was uns so anspornt, dass wir die 142km bis Cusco gleich in einem Tag fahren (davon die ersten 100km mit einem 30km/h Schnitt !). Hier in Cusco bin ich nun in der ehemaligen Hauptstadt der Inkas und in der heutigen touristischen Hauptstadt Suedamerikas.
Nachdem ich so schnell hier in Cusco war, habe ich mir ein paar Tage 'Ferien' im Manu National Park gegoennt.
Mit einem Bus geht es von Cusco ueber die letzten Paesse runter uns Amazonas Becken. Innerhalb von wenigen Kilometern wechselt die Vegetation von der trockenen Puna in Regenwald. Auf einer spektakulaeren Strasse geht es runter in den Dschungel. Waehrend 5 Tagen sind wir nun auf dem Rio Madre Dios und dem Rio Manu mit einem Boot unterwegs. Wir beobachten eine unmenge von Tieren (Kaimane, Giant- Otter, 'Riesen-Meerschweine' (60Kg schwer), Papageie und viele andere Voegel, Tarantulas und andere Spinnen, 'walkingstick' und viele andere kuriose Insekten), Interessante Baeume und Pflanzen in einer gigantischen Fuelle.
Waehrend 3 Tagen fahre ich auf einer Rundtour durch das Urubamba Tal. Ein gruenes, fruchtbares Tal mit viel Landwirtschaft und steilen Haengen zu beiden Seiten. In Cusco, Ollantaytambo und Pisac besuche Ich Inca Ruinen. Besonders die spektakulaere Praezision ihrer Mauern fasziniert mich immer wieder. Die grossen Steine sind ohne Moertel aufeinandergeschichtet und so praezise gearbeitet, dass kein Blatt Papier in die Ritzen passt.
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