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16-07-2004 Start in Antofagasta

Nach einer ueber 25 stuendigen Reise mit diversen Fluegen und noch mehr Warterei, bin ich Heute Abend in Antofagasta gelandet.

Von hier werde ich Morgen mit dem Velo starten. Die Absicht, die 25km vom Flugplatz zum Stadtzentrum mit dem Velo zu fahren, habe ich schnell wieder aufgegeben, als ich feststellte, dass beide Reifen einen Platten haben... Also ging es mit dem Taxi zum Hotel. Kurz nach der Abfahrt war ich darueber aber gar nicht so ungluecklich, da es bereits dunkel wurde... Spaeter habe ich dann aber festgestellt, dass wohl ein etwas 'Eifriger' vom Flughafen die Luft herausgelassen haben muss !

Antofagasta ist eine nicht gerade sehr schoene Industrie Stadt an der Kueste. Es ist erstaunlich kuehl hier (15 Grad) und auch hier hat es diesen leichten Kuestennebel. Ich habe mich bereits mit kiloweise Proviamt eingedeckt und werde vermutlich Morgen nach San Pedro de Atacama starten.


21-07-2004 Einmal rösten, gut durchschütteln und tiefkühlen !

So koennte man meine erste Woche gut umschreiben. Doch der Reihe nach:

Von Antofagasta gings direkt raus in die Atacama Wueste. Nach einigen Kilometern und Hoehenmetern war der Kuestennebel bald hinter mir und die Sonne konnte erbarmungslos auf mich runter brennen. Gegen Nachmittag zeigte mein Thermometer bereits 39 Grad, alledings nicht im Schatten gemessen. Doch Schatten gibt es hier nicht! Die 250 km nach Calama waren eine einzige Fahrt durch eine riesige Einoede. Sand soweit das Auge reicht. Als dann am zweiten Tag auch schon starker Gegenwind einsetzte, war es wirklich eine Qual. Die erste Nacht verbrachte ich hinter einem grossen Sandhaufen, ausser Sichtweite der Strasse. Nicht viel anders sah es die zweite Nacht aus.

Bei Calama ist die groesste offene Kupfermine der Welt und die Rauchfahnen dieser Mine kann man schon von Weitem erkennen. In Calama bin ich aber nicht geblieben sondern gleich weiter in Richtung der Berge nach Chiu Chiu. Ein huebsches kleines Dorf. Ich wollte ueber el Tatio (hoechstes Geysir-Feld auf 4500m) nach San Pedro fahren, um mich an die Hoehe, und die Pisten zu gewoehnen. Hier war dann auch fertig mit dem Asphalt. Pisten passen sich normalerweise sehr gut der Umgebung an und da hier noch Wueste, also Sand ist, war Wellblech-Piste angesagt. Langsam aber stetig gings in die Hoehe und bereits die erste Nacht habe ich auf 4000m (bei Minus 10 Grad) verbracht. Eine grandiose Landschaft: golden leuchtendes Gras, schneebedeckte Vulkane im Hintergrund und sogar die ersten Vincunas.

Am naechsten Morgen fing die Schufterei aber erst richtig an. Es lag noch einiges an Schnee auf der Strasse. Und so raeumt man Schnee in Suedamerika: der erstbeste faehrt einfach mit seinem Jeep quer durch die Pampa und macht eine neue Piste, dort wo es keinen Schnee hat ! Diese Piste war dann fuer mich natuerlich viel zu steil und so schleppte ich das Rad die etzten 200 Hm bis auf 4450m. Oben dann die grosse Enttaeuschung: Die andere Seite mit der Abfahrt nach San Pedero war zum Teil noch sehr stark Schneebedeckt. Das konnte ich nicht mehr riskieren und musste also Umkehren. Somit fuhr ich aslo die gesammte Ruettel-Strecke zurueck nach Calama. Hier ist nun grosses Planen wieder angesagt. Aufgrund der Schneeverhaeltnisse ist die Fahrt von San Pedro ueber die Lagua Verde/Colorado nach Uyuni nicht moeglich und ich muss mir eine Alternative ausdenken. Ueber Ollague bin ich schon vor einigen Jahren gefahren, desshalb kommt das auch nicht in Frage.

Die Stimmung ist also im Moment nicht gerade auf dem Hoehepunkt, aber es kommt schon wieder besser !


31-07-2002 Vulkane, Vincuñas & Salzseen

Nach meinem Rueckzug von "el Tatio" wegen Schnees, bin ich von Calama mit dem Bus bis Iquique gefahren um dort neu zu starten.

Eine Stadtausfahrt ist nie besonders angenehm mit dem Velo: Weg suchen, viel Verkehr... Wenn das ganze aber noch mit 1000 Hoehenmetern auf den ersten 15km gespickt ist, dann wird es zur Qual. So geschehen in Iquique. Es war wirklich sehr gefaehrlich. Nur eine kurze Strecke bin ich danach auf der Panamericana gefahren, als es wieder in die Berge ging. Von Huara aus fuehrt die Strasse in einer einzigen Steigung aus der Wueste rauf aufs Altiplano. Unglaublich, innerhalb von 9 Tagen bin ich nun zweimal von Meereshoehe rauf auf 4400 gefahren !

Nachdem die hohen Paesse ueberwunden waren, ging es von Colchane aus Richtung Norden der chilenisch/bolivianischen Grenze entlang durch die National Parks: Vulkan Isulga, La Vincuña, Salar de Surire und Lauca. Dass zu den schoensten Orten immer die schlechtesten Strassen fuehren, hat sich einmal mehr gezeigt. Besonders die Strasse bis zum Salar de Surire hatte es in sich: viel weicher Sand, oft kaum fahrbar oder extremes Wellblech. Die Landschaft aber war grandios: zuerst um rauchende Vulkankegel herum und dann einem Salzsee entlang. Taeglich habe ich viele Alpacas, Vincuñas, Vizcachas (eine Art Hase mit langem Schwanz) und Flamingos gesehen. Ein besonderer Genuss waren auch die heissen Quellen,die zu einfachen Pools gestaut waren, in welchen ich meine mueden Radler-Beine erholen konnte.

Welche Wohltat fuer meinen Ruecken, als ich nach 3 Tagen wieder die Asphalt-Hauptstrasse nach La Paz erreichte. Leider spielte hier das Wetter einige Kapriolen und ich habe den Grenzpass nach Bolivien (Tambo Quemado 4660m) in einem veritablen Schneesturm ueberquert.


31-07-2003 Strassenblockaden in Bolivien

Nur wenige Meter nach der Grenze, wurde ich von einer Strassenblockade aufgehalten: Die lokale Bevoelkerung demonstrierte fuer Elektrizitaet in Ihren Doerfern... Waehrend mehrern hundert Metern war die Strasse blockiert mit Steinmauern und brennenden Reifen. Ich durfte zum Glueck passieren, musste aber sicher 30 mal erklaeren woher ich kommen, wohin es geht, wieso... Positiver Punkt der Sache war, dass ich danach waehrend 200km die Strasse fuer mich absolut alleine gehabt habe! Bis La Paz waren ab der Grenze 350 relativ Ereignisslose Km zu ueberwinden, ehe ich mich in das 'Riesige Loch gestopft voll mit Haeusern' runter stuerzen konnte. Die Fahrt von el Alto (am Rande des Altiplano 4000m) runter in die Stadt (3600m) ist mit keiner Achterbahnfahrt zu vergleichen, nur dass hier die Gefahr real ist...

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