
Nach den Gepäckträgern sind die Räder wohl die häufigste Ursache von Defekten. Die weit verbreiteten Mavic-Felgen haben mittlerweile einen zweifelhaften Ruf für häufige Felgenbrüche erlangt. Nachdem ich jahrelang mit diesen Felgen unterwegs war, hatte auch ich damit einen Felgenbruch. Inzwischen fahre ich die Alesa Sputnik. Eine wirklich untrastabile Felge, die oft auch für Tandems verwendet wird und die ich sehr empfehlen kann.
32-Loch Felgen sind gut für den MTB-Sport, wo es um's Gewichtsparen geht. Für's Tourenvelo aber sind sie ein unnötiger Stabilitätsverlust. 36 solltens schon sein.

Mit Naben habe ich schon viele Probleme gehabt. Auch die teuren Modelle können einen nicht vor Problemen verschonen, wenn es Monatelang über staubige Pisten geht. Von der Qualität her würde ich nicht unter Shimano XT gehen.

Ein guter Reifen trägt viel zur Dämpfung auf ruppigen Pisten bei. Da auf einer Reise aber immer asphaltierte Strasse und Naturstrassen sich abwechseln, soll sich der Reifen für beide Gelände eignen; D.h. wenig Rollwiderstand auf der Strasse und gute Traktion auf der Piste. Zudem sollte der Reifen 10'000km halten. Wie viele andere auch, fahre ich den Schwalbe Marathon XR (26" x 1.9). Er erfüllt obige Kriterien sehr gut.

Insbesondere die Lenker-Schalter sind persönliche Gemacksache. Ich fahre seit langem mit Grip-shift Drehschaltern. Einfachste, robuste Technik, mit der ich noch nie Probleme hatte.

Ebenfalls sehr beliebt und zuverlässig sind Lenkerendschalter. Einziger Nachteil dieser: sie sind sehr exponiert montiert wodurch sie bei einem Sturz gefährdet sind.
Eine interessante Entwicklung sind die Nabenschaltungen, wie z.B. die Rohloff Speedhub. Diese ist sicher sehr robust. Wenn dann allerdings doch mal was kaputt geht ist man definitiv aufgeschmissen... Der mühsame Ausbau (bei einem Platten) und vor allem die Tatsache, dass es nur 32-Loch Modelle gibt, sind zusätzliche Nachteile.

Eine gute Kette sollte ca. 5000km halten. Ich fahre mit der sehr robusten Rohloff SLT 99 MTB, mit der ich sehr zufrieden bin. Bei längeren Touren fahre ich mit 2 Ketten, die ich alle 1000km auswechsle. Damit kann ich die Lebensdauer der Ritzeln verdoppeln, die bei einer ausgeleierten Kette ebenfalls kaputt gehen.

Gute alte Shimano XT Technik: bewährt und robust. Zudem gutes Preis/Leistungsverhältnis.

Die Lebensdauer der Ritzel und Kettenblätter hängt entscheidend von der Kette ab (siehe oben). Ideal ist ein möglichst grosser Bereich des Übersetzungsverhältnisses, insbesonders der kleineste Gang: er kann nicht klein genug sein! Jedes noch so langsame pedalen ist weniger anstrengend, als wenn ich das 40Kg Rad schieben muss! ich habe hinten ein 11-32 Ritzelpacket und vorne die Blätter 20,34,46. Damit habe ich eine maximale Untersetzung von 32:20 (!), womit ich fast jede Steigung hochkomme.
Tip: Die kleinsten Kettenblätter sind eigentlich immer aus Stahl. Ein mittleres Kettenblatt aus Stahl erhöht dessen Lebensdauer um ein vielfaches! Die Dinger sind nicht einfach zu finden. Ich habe eines von Eizo.

Geschlossen verlegte Schaltzüge verlangen einen deutlich geringeren Kraftaufwand, besonders bei viel Dreck und Nässe. Dazu wird die Lebensdauer deutlich erhöht.
Ich fahre immer mit Gore-Schaltzügen. Nachteil ist, dass umterwegs natürlich solche Schaltzüge nicht mehr gekauft werden können. Doch wenn's sein muss kann man auch mit konventionellen Kabeln nachrüsten.


Scheiben- und Hydraulikbremsen sind interessante Entwicklungen, die auch mitterweile recht robust sind. Eine solche Bremse zu reparieren in Zentralasien ist aber ein Ding der Unmöglichkeit. Also auch hier: Ich bevorzuge gute alte Cantilever- oder V-Brake Technik. Die V-Brake ist dabei sicher noch eine Spur stärker und leistet auch bei Nässe gute Verzögerung. Die Bremsbeläge der V-Brakes scheinen filigran dünn und nicht langlebig. Doch das täuscht: Die Dinger halten sicher so lange wie grössere Cantilever Bremsbelege. Zudem kann man problemlos genügend Ersatz mitnehmen, da die Dinger so schön klein sind. Kaufen kann man sie allerdings ausserhalb der westlichen Länder kaum. Man kann sie sich aber problemlos in einem Couvert nachsenden lassen.
Als Bremskabel verwende ich besonders dicke (2mm). Diese sind so stabil, dass sie ewig halten.
2-Finger Bremsgriffe sind eine tolle Sache. Auch ich fahre solche. Auf einer mehrstündigen Abfahrt über holprige Pisten im Schritttempo wäre ich allerdings schon öfters froh gewesen um längere Hebel...

Ich würde nie mehr zu einer Veloreise starten, ohne Klickpedalen! Auf den Komfort dieser kleinen Dinger will ich nicht mehr verzichten. Mittlerweise sind die Teile auch mindestens so langlebig, wie normale Pedalen. Ich bevorzuge wenn schon, dann richtige Klickpedalen und keine halben Sachen wie einseitig Klick, einseitig 'normal'. Shimanos 'Flagschiff', die PD-M959, eingentlich für den MTB-Rennsport konstruiert kann ich als wirklich Tourentauglich empfehlen.

Wie der Sattel, ebenfalls eine sehr persönliche Sache. Auf keinen Fall würde ich mit nur einem geraden MTB-Lenker losfahren. Mindestens 2 Griffpositionen sollte er schon haben. Ich habe mich für einen 'Kuhhornlenker' entschieden. Der klassische Randonneur-Lenker ist aber auch eine gute Wahl.

Besonders auf Verkehrsreichen und engen Strassen (die es ja immer mal wieder gibt) von unschätzbarem Wert, wenn ich erkennen kann, wenn Gefahr von Hinten droht, ohne mich jedes mal umschauen zu müssen...

Ist natürlich Geschmacksache. Auf abgelegenen Routen allerdings sehr wichtig für die Orientierung! Da ich meistens in den Bergen unterwegs bin, verwende ich einen Computer mit integrierter Höhenmessung.
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