Auf der Fähre nach Aswan

Seit dem Bau des Aswan Staudammes in den 70er Jahren ist der Lake Nasser der grösste Stausee. Es gibt zwar seit ein paar Jahren eine Strasse entlang des Sees, doch die ist für den Privat-Verkehr nicht offen. So fahren wir denn mit der Fähre über den See nach Aswan. Diese mutet mit über 500 Passagieren an wie eines dieser überfüllten Flüchtlingsboote. Wir suchen uns irgendwo auf dem Deck einen Platz wo wir die Nacht während der Überfahrt verbringen. Die Ankunft in Ägypten ist wie erwartet chaotisch. Wir lassen uns Zeit und warten bis die drängelnden Menschenmassen durch den Zoll durch sind, ehe wir uns mit unseren Velos auf machen. 

Kom Ombo

Ägypten, seit Monaten habe ich natürlich gespannt und besorgt die Ereignisse im Land verfolgt. Immer wieder habe ich die Entscheidung, ob ich denn dahin fahren soll verschoben. Schliesslich habe ich mich dann aber entschieden hinzugehen, dafür aber die kürzest mögliche Route durch das Land zu nehmen und nicht nach Kairo zu fahren.

Als wir am ersten Abend durch den schönen Souk in Aswan gehen, begrüssen uns alle Leute auffallend nett und flehen uns schon fast verzweifelt an, doch in ihren Laden zu kommen. Im Nil ankern dutzende riesiger Touristenboote und dümpeln ungenutzt vor sich hin. Wir haben in den ersten Tagen wirklich sehr oft das Gefühl, dass wir besondern freundlich begrüsst werden. Die Absenz aller Touristen trifft viele Leute hier hart.

Felucca auf dem Nil

Dass es kaum Touristen hat, kann aber auch Nachteile haben. In Aswan versuche ich vergeblich andere Reisende zu suchen welche zum Tempel von Abu Simbel gehen wollen. Dafür kann ich die bekannten Gräber und Tempel in Luxor fast ganz alleine bestaunen, ohne die normalerweise hunderte anderer Touristen. Nach Qena verlassen wir definitiv den Nil, dem wir nun so lange gefolgt sind und fahren durch die Eastern Desert zum Roten Meer. Die Ankunft dort ist ein kleiner Schock. So viele Hotels und Mega Resorts habe ich überhaupt noch nie gesehen, auch wenn die meisten im Moment geschlossen sind. 

Temple of Horus

Eigentlich wollten wir mit der Fähre über das Rote Meer nach Sharm el-Sheikh. Doch erst wenige Tage vorher erfahren wir, dass diese im Moment nicht fährt. Also nehmen wir statt dessen den Bus.

Sharm ist definitiv kein Ort für Individualreisende und die Bemerkung einer Wärters bei der Suche mache einem Strand („there is no free beach in Sharm“) lässt uns schnell weiter fahren. Im Dahab, kann ich dann endlich ein Bad im Roten Meer geniessen. Die Fahrt entlang der Sinai Halbinsel ist vor allem geprägt durch viele schwer bewaffnete Checkpoints und einer kargen Felsenwüste in der kein einziges Gras wächst.