Nach fast 1000 flachen Kilometern entlang der Küste, brenne ich darauf, endlich wieder Berge zu sehen. Auf der Strecke von İstanbul nach Ankara geschieht dies dann auch tatsächlich. Ich fahre auf einer knapp 1000m hohen Hochebene. Vom Winter ist hier zum Glück keine Spur zu sehen - im Gegenteil: bei bis zu angenehmen 15°C geniesse ich die Fahrt über die weite, karge Ebene.
Über die Gastfreundschaft der Türken hatte ich ja schon einiges gehört. Sie aber zu erleben ist wunderbar: Immer wieder werde ich von der Strasse herbeigewunken, um einen Tee zu trinken. Frage ich in einem Ort nach dem Weg oder nach einer Unterkunft, geht das nicht ohne die obligate Teerunde vorher.
Ankara stand ja nicht unbedingt zuoberst auf meiner Liste der Orte, die ich in der Türkei besuchen wollte. Der einzige Grund, warum ich hierher fahre sind die Visas. Um meine Fahrt fortsetzen zu können, muss ich hier eine ganze Menge Visas besorgen.
Das Velo kriegt jetzt also eine Weile Pause, während ich frisch rasiert und bewaffnet mit Stadtplan, Adressen, Passbildern und Dollars die Botschaften Zentral Asiens abklappere...