Im Nieselregen fahre ich rauf zur Grenze nach Laos. Kurz vor der Grenze wird es trocken und beim Grenzübertritt scheint die Sonne. Genau so erfreulich ist der Grenzübergang selber: Das Visa kriege ich nach wenigen Minuten gleich hier, alle sind ausgesprochen freundlich, es hat kaum Leute und es ist wunderbar ruhig.

Am meisten erstaunt bin ich erstmal über die Strasse. Sie ist in fantastischen Zustand, sauber und das Beste: es hat kaum Verkehr. Nach wenigen Km verlasse ich diese aber bereits. Ich will hier im Osten dem ehemaligen Ho Chi Minh Pfad folgen. Endlich mal wieder auf einer Piste, ich freue mich. Im Gegensatz zum wenige Km entfernten Vietnam ist hier alles Staubtrocken. Nach einem halben Tag komme ich zu einer Verzweigung wo ich nicht mehr sicher bin wohin ich nun soll. Die Leute zeigen mir den Weg, meinen aber dass ich da kaum durchkomme.

Ich fahre trotzdem mal weiter. Doch nur wenige Km weiter wird aus der kleinen Strasse ein enger Pfad mitten durch den Busch. Zudem meinen die Leute dass bald ein grosser Fluss kommt wo es keine Brücke hat. Ich sehe ein, dass ich da wohl nicht durchkomme und drehe schweren Herzens um. Nun darf ich halt doch auf der guten Strasse aussen rum fahren.

 

Sabai Diiiii (hallo) tönt es ständig von beiden Seiten der Strasse. Aber nicht laut und fast aggressiv wie zuletzt in Vietnam, sondern eher ruhig und etwas scheu. Die Laoten sind wunderbar leise und relaxed. Das muss wohl auch an der Hitze liegen hier. Aus den Hängematten raus winkend rufen sie mir zu. Blos keine Energieverschwendung. Die Leute leben in einfachen erhöhten Bambushütten. Darunter im Schatten sitzen oft die Frauen und weben diesen schönen Stoff aus dem die Sarongs gemacht sind.

Dass es hier in Laos recht viele Velofahrer hat, habe ich schon öfters gehört und tatsächlich treffe ich auch bald Esther aus Holland mit der ich die nächsten Tage zusammen unterwegs bin.

Sobald wie möglich geht es wieder weg von der Hauptstrasse Richtung Osten. Die Pisten hier bestehen alle aus dieser feuerroten Erde und sind extrem staubig. Nach einem Tag Fahrt auf so einer Strasse bin ich jeweils richtiggehend paniert mit diesem rotem Staub. Hier auf dem Bolaven Plateau hat es viele Kaffee, Kautschuk und Bananen Plantagen. Dazwischen aber auch sehr viel Wald und einige tolle Wasserfälle. Diese sind nicht nur schön anzuschauen viel besser noch ist das jeweilige Bad im Fluss, den die Temperaturen steigen am Nachmittag bereits in unangenehme Bereiche.

Auf dem Weg zurück von Attapeu wird aus der Strasse wieder diese Piste aus roter staubiger Erde. Dann aber wird es immer enger und der erste grosse Fluss versperrt den Weg. Was für eine coole Strecke. Es geht mitten durch den Dschungel. Etwa 5 recht grosse Flüsse müssen durchquert werden, dazu viele kleine und viele Morast-Löcher. Der Weg ist meist rundherum völlig zugewachsen, ich höre ständig unzählige Vogel- und andere Stimmen aus dem Wald.

Nach der Fahrt durch den Wald komme ich in ein Dorf wo es ein kleines Guesthouse gibt. Was für ein friedlicher Ort! Der Guesthouse Besitzer hat zwei Elefanten und mit einem gehe ich am Abend auf einen Ausritt. Es ist einfach fantastisch auf diesem tollen Tier zu sitzen mit seiner dicken und doch so weichen Haut. Wir gehen bei langsam untergehender Sonne den Reisfeldern entlang, mitten durch Sumpfgebiete und zu einem Ausichtsfelsen. Einfach toll die Landschaft hier. Zum Abschluss gehen wir mit dem Elefanten baden. Ich solle versuchen auf dem Rücken stehen zu bleiben während der Elefant taucht. Ich komme mir vor wie ein Surfer, wie ich da auf dem Rücken des Tieres balanciere während dieses komplett abtaucht. Dreimal klappt das recht gut, beim vierten Mal aber verliere ich das Gleichgewicht und lande neben dem Elefanten in der dreckigen Brühe. Es ist ein Riesen-Spass.

Am nächsten Morgen erwache ich durch das leise rhythmische Singen der Mönche im Tempel nebenan, danach beginnen draussen die Tiere aktiv zu werden und schliesslich wird es hell. So könnte ich jeden Tag erwachen...

Ich fürchte mich etwas, nach Don Det zu fahren. Der Mekong wird hier sehr breit und dazwischen haben sich hunderte kleiner Inseln gebildet. Was ich gehört habe, soll es mittlerweile ein richtiggehender Backpacker-Hub geworden sein. Eigentlich nicht was ich suche, aber ein paar Tage Pause in der Hängematte werden mir gut tun. Ich finde denn auch einen schönen, ruhigen Flecken und schaffe es tatsächlich mal einen ganzen Tag lang Nichts zu tun!