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Der Rahmen

Oktober 2006

Die schwierigste Entscheidung gleich zuerst: welcher Rahmen darf es denn sein? Bei dieser Frage muss oft auch schon über andere Komponenten entschieden werden (Scheiben- oder Felgenbremsen, Naben- oder Kettenschaltung, Federung) da es nicht jeden Rahmen für jede obige Kombination gibt.

Meine Rahmenbedingung waren:

  • Grösstmögliche Robustheit, Gewicht sekundär
  • Stahlrahmen Ich habe Gefallen daran gefunden, einen verbogenene Rahmen mit roher Gewalt wieder fahrtüchtig zu machen...
  • Langer Radstand Für genügend Beinfreiheit und ruhigen Geradeauslauf mit Gepäck
  • Für V-Brakes, Kettenschaltung
  • Alles nötige drann aber nichts zuviel Anlötteile für Gepäckträger, Flaschen
  • Als Rahmenset erhältlich

Ich habe mir verschiedene Rahmen angesehen, mich aber schliesslich doch wieder für einen Papalagi entschieden mit dem ich schon seit vielen Jahren unterwegs bin. Grund: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Papalagi gemacht und die (wenigen) mir bekannten Schwachstellen waren auch bei Anderen nicht besser gelöst! Leider wird der Rahmen immer noch lackiert anstatt mit einer Pulverbeschichtung geliefert, welche viel langlebiger wäre. "Die Kunden wünschen das immer noch so". Wer das blos sein mag...? So wurde er halt gleich noch zum Pulverbeschichten geschickt ehe es losgehen konnte.

Der Rahmen besteht aus Reynolds 853 Rohren (ChroMo):

- Räder 26"

- Sattelrohrlänge: 560mm (Center - Top)

- Radstand: 1063mm

- Gabelvorlauf: 45mm

 

Und nun ist er also da. Das Steuerlager (ein Chris King NoThreadSet 1 1/8") habe ich gleich montieren lassen (hier fehlen mir die Werkzeuge).

Gepaecktraeger

November 2006

Wenn ich meine (und andere) Pannenstatistiken ansehe, dann sind vor allem 3 Teile besonders anfällig an einem Tourenvelo: Die Felgen, die Naben (besonders Hinterradnabe) und die Gepäckträger. Ich investiere also lieber etwas mehr in diese Teile als in Andere.

Bei den Gepäckträgern heisst das bei mir: Bruce Gordon. Zwar sündhaft teuer, aber in der Qualität nach wie vor unerreicht.

Sie sind aus geweissten Stahlrohren (ChroMo) gefertigt

Speziell der unteren Befestigung des hinteren Gepäckträgers sollte man besondere Beachtung schenken. Wenn möglich keinerlei Distanzscheiben zwischen Rahmen und Gepäckträger montieren. Dadurch wird der Hebel mit der die Schraube belastet wird unnötig grösser. Diese Schraube wird ausserordentlich stark belastet.

Ich hatte hier bisher (wie alle anderen Schrauben auch) rostfreie Schrauben verwendet. Auf schlechten Strasse brach bei mir diese Schraube ca. alle 8000km (Wenn man Ersatz hat kein Problem).

Die rostfreien Schrauben sind aber nicht sehr stark. Die Schrauben mit der grössten Festigkeit sind jene der Klasse 12.9 (steht auf dem Schraubenkopf). Diese können zwar an der Oberfläche rosten sollen aber dennoch deutlich stärker sein.

Die Raeder

November 2006

Die Räder, klar die schwächten und anfälligsten Teile am Tourenvelo. Hier gehe ich gar keine Kompromisse ein. Gewicht ist hier absolut sekundär, stabil muss das Ding sein!

 

Eigentlich hatte ich ja meine optimalen Felgen schon gefunden. Mit der Alesa Sputnik war ich immer sehr zufrieden. Auch sie lebt wegen der Abnützung der Felgenflanke nicht ewig, aber bis dahin ist sie sehr zuverlässig. Das kommt natürlich nicht von ungefähr. Mit 630gr sind es ganz schöne Schwergewichte (eine 'normale' MTB Felge wiegt im Vergleich dazu etwa 450gr.). Seit einiger Zeit gibt es Die Firma Alesa aber leider nicht mehr. Welches nun genau der Nachfolger der legendären Sputnik ist, scheint nicht klar zu sein. Die SP19 von Exal und die Sputnik von Rigida behaupten es auf jedenfall beide. Sie sehen von den Spezifikationen auch beide genau gleich aus. Ich habe mich für die Sputnik von Rigida entschieden (auf der Felgen steht übrigens noch immer Alesa Sputnik drauf...). Natürlich habe ich die 36-Loch Variante genommen. Wieso soll ich auf die zusätzliche Stabilität dieser 4 Speichen verzichten? Wegen dem Gewicht wohl kaum.

 

Die DT-Speichen sind ja schon fast so etwas wie Standard. Ihre Qualität ist absolut top. Ich verwende DT Alpine III Speichen. Diese sind am Speichenbogen 2.34mm stark (die DT Competition misst dort 2mm), was ihr zusätzliche Festigkeit verleiht. Mit dieser Speiche sind Speichenbrüche schon fast etwas exotisches!

Ich habe wohl bald den traurigen Rekord, dass ich schon fast jede Nabe zugrunde gerichtet habe. Schwachpunkt war immer der Freilauf. Bei monatelanger Fahrt über staubige Pisten werden diese extrem beansprucht. Seit einiger Zeit fahre ich nun aber die Naben von White Industries. Ein Meisterwerk von einer Nabe, welche man dazu noch mit einem simplen 2mm Inbusschlüssel komplett zerlegen und die Klinken ersetzten kann! Und sie läuft und läuft und läuft...

Nun geht es ans Eingemachte: Rad einspeichen! Blos keine Angst davor, das selber zu tun, es ist lange nicht so schwierig, wie man denken mag. Eine gute Anleitung gibt es hier.

 

Als Reifen verwende ich auch den Marathon XR (2.0"). Mit etwas Glück (leider gibt es immer mal wieder schlechte Exemplare) halten diese 13'000km. Sehr wichtig ist vor allem dass sie mit dem besonders hohen Gewicht eines Tourenvelos umgehen können. Viele 'normale' Reifen sind schlicht nicht dafür gebaut und gehen entsprechend früh kaputt.

Der Antrieb

November 2006

Kassette & Schaltwerk

Die meisten Teile des Antriebs sind Verschleissteile. Hier zählt also nicht nur Qualität, sondern auch, dass die Teile ersetzt werden können. Beim mir reichen ein Ritzelpacket, Kettenblätter und 2 Ketten durchnittlich etwa 12'000km (Natürlich ist das sehr abhängig von den Bedingungen unterwegs).

 

Beim Schaltwerk und Umwerfer habe ich die robusten und bewährten XT Modelle gewählt. Sie haben auch ein recht gutes Preis/Leistungsverhältnis.

Die Kurbeln mit den Kettenblättern sind so eine Sache: Da diese Dinge ja auch unterwegs ersetzbar sein sollen, will ich hier nichts exotisches. Andererseits beglückt uns Shimano fast im Jahresrythmus mit neuen Systemen: 4kant Konus- und Octalink, 4- und 5-fach geschraubt mit immer wieder unterschiedlichen Lochkreis-Durchmessern. Das einzige darin erkennbare System ist die laufende Inkompatibilität und der Zwang immer gleich Kurbel und Kettenblätter miteinander austauschen zu müssen. Ich habe mich für ein XT Tretlanger mit 4kant Konus entschieden, immer noch das am Weitesten verbreitete System. Entgegen früherer Befürchtungen hatte ich noch gar nie Probleme mit den Tretlagern und das gewählte besteht ebenfalls aus gedichteten Industrielagern.

Tretkurbel

Dazu eine Deore Kurbel mit den Kettenblättern 22/32/44. Ein Grund für diese Wahl ist, dass bei dieser Kurbel das mittlere Kettenblatt ebenfalls aus Stahl ist und nicht wie sonst meist üblich aus Alu. Die Kurbelschrauben habe ich ersetzt durch solche, die gleich eine Mutter integriert haben um die Kurbel wieder abziehen zu können. Somit kann ich unterwegs wieder ein Werkzeug sparen.

 

Eine 8-fach Kassette würde mir eigentlich genügen und es gäbe keinen Grund 9-fach zu wählen (zumal ja auch die Ketten noch dünner sind). Doch mittlerweile ist die Auswahl der 9-fach Kassetten deutlich grösser und eines mit einem 34 Ritzel gibt es bei den 8-fachen nicht. Das brauch ich aber unbedingt, wenn ich immer den Berg hoch kommen will. Ich habe also ein 9-faches mit der Abstufung 11-34 gewählt.

 

Als Kette verwende ich bereits seit längerem die Rohloff SLT-99 mit welcher ich sehr zufrieden bin. Als Pedalen habe ich das Top Modell von Shimano, die PD-M959 gewählt. Ich hatte sie schon oft dabei und möchte nicht mehr darauf verzichten. Sie reinigt sich auch beim viel Dreck recht schnell wieder und ist sehr robust (Sie hat sogar meine Bleihammer-Attacken problemlos überstanden als die Dinger verbogen waren)

Der Lenker

November 2006

Beim Lenker muss jeder sein persönliches Optimum finden. Bei mir ist das einer, der mir mittlerweilen so sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich ihn schon seit 10 Jahren verwende. Obwohl ich mich immer mal wieder umschaue, konnte mich noch nie etwas neueres überzeugen.

 

Das Steuerrohr bleibt natürlich nicht so wie auf dem Bild. Auf die endgültige Länge kürze ich das aber erst nach einigen Probefahrten

 

Als Bremshebel verwende ich die XT 2-Finger-Bremshebel. Zum Schalten benutze ich die Drehschalter von Sram. Sie sind einfach konstruiert und wartungsarm. Zudem bieten sie spielenden Kindern wenig Angriffsfläche. Um sie an einem solchen Lenker montieren zu können, ist allerdings etwas Bastelgeschick notwendig...

Als Lenkergriffe verwende ich die Neopren Überzüge von GrabOn, welche langlebig sind und eine gewisse Dämpfung bieten. Zusammen mit der Lenkerform habe ich so etwa 4 verschiedene Griffpositionen. Etwas das bei langen Fahrten sehr wichtig ist.

 

Ein Spiegel ist natürlich Geschmacksache. Auf stark befahrenen Strassen bietet er aber die Sicherheit, sich nicht Umdrehen zu müssen um zu sehen wenn Gefahr von Hinten droht.

Der Sattel

Dezember 2006

Nun also doch noch ein Federung? Während der Fahrt durch West-Tibet letztes Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, es beim nächsten Mal mal mit einer gefederten Sattelstütze zu versuchen. Unter den verfügbaren Modellen kann ich mir vom Thudbuster am ehesten vorstellen, dass er 'Waschbrett-tauglich' ist. Wir werden sehen...

Beim Sattel ist es (fast) wie mit dem Wein: Je älter desto besser. Also gibt es hier nichts Neues, sondern meinen bestens eingefahrenen Brooks Ledersattel.

Das Resultat


...und so sieht das Ganze dann fertig aus:

 

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