Aktivität, Veloreise Aktivität, Asien, Usbekistan, Veloreise

Laguna Chiar Kkota, Bolivien

Hunza Valley, Pakistan

Jiariren-an 5471m, Tibet

Mir-i-Arab Medressa in Bukhara , Usbekistan

Fotografieren war und ist für mich immer ein wichtiger Teil auf Veloreisen. Wenn das Velofahren die 'tägliche Arbeit' ist, dann ist bei mir das Fotografieren die 'Freizeitbeschäftigung'. Es ist der kreative Ausgleich zum sonst sehr leistungsorientierten, physischen Alltag unterwegs. In diesem Artikel möchte ich beschreiben, was ich persönlich dabei habe und wie ich es verwende.

Reisefotografie ist immer eine Balance zwischen möglichst viel Material für jede Gelegenheit dabei zu haben und das dann alles auch rumschleppen zu müssen. Wenn das Ganze dann noch mit dem Velo transportiert wird, ergeben sich nochmals ganz andere Probleme. Das ständige Gerüttel auf Naturstrassen, oft fehlende Stromversorgung und der immer präsente Staub kann der Ausrüstung arg zusetzen.

 

Das ist die Ausrüstung mit der ich momentan unterwegs bin:

  • Kamera: Sony A7R
  • Speicherkarte 64GB, 2 Reserve Akkus
  • Objektive 24-240mm, (10-18mm)
  • MacBook Air 11"
  • 2 externe HD 500GB & 1TB
  • Tischstativ MTT2-P02 von Manfrotto

 

Kamera

Es gibt natürlich unzählige mögliche Kameras die man mit auf Tour nehmen kann. Die hauptsächlichen Herausforderungen an eine Kamera auf Veloreise sind:

  • Staub: Besonders beim Transport mit dem Velo auf Naturstrassen dringt Staub überall hin und besonders auf dem Kamera-Sensor lässt er sich besonders gerne nieder. Die Folge sind hässliche Flecken auf den Bildern. Die kann man zwar nachträglich z.B. in Lightroom korrigieren. Bei vielen Bildern ist das aber ein riesiger Aufwand.
    Neue Kameras haben alle einen Sensor der vibriert damit so der Staub wieder vom Sensor entfernt werden kann. Das funktioniert in der Regel sehr gut.
  • Gehäuse: wichtiger als die neusten technischen Features ist ein wirklich robuster Body. Er muss einiges durchmachen auf so einer Reise... 
  • Lange Batterielaufzeit damit nicht ständig nachgeladen werden muss. 

Im Moment tut sich bei den 'mirrorless system cameras' einiges. Diese Kameras sind massiv kleiner (weil sie keinen Spiegel haben) bieten aber oft gleichwertige Features wie die grossen Brüder. Zudem sehen diese Kameras auch weniger auffällig/teuer aus, was oft auch kein Nachteil ist. Es gibt bereits verschiedene solche Systeme. Hier ist die Entwicklung im Moment voll im Gange.

 

Objektive

Ich hätte auch gerne möglichst für jede Gelegenheit das optimale Objektiv dabei. Gute Objektive sind aber gross, schwer und teuer. In der Praxis hat sich bei mir folgendes bewährt: 

  • Ein SuperZoom (24-240mm). Mit diesem Objektiv mache ich vielleicht 80% der Bilder. Der grosse Vorteil ist, dass ich es immer drauf lassen kann und so wenig Staubprobleme beim Objektivwechsel habe.
  • Ein Lichtstarkes Weitwinkel (10-18mm). Toll für Landschaftsaufnahmen aber auch bei Innen-Aufnahmen mit wenig Licht.

 

Stativ

Es gibt immer mal wieder Situationen wo ein Stativ sinnvoll ist. Normale Stative sind mir aber viel zu sperrig und schwer. Ich habe mich deshalb für ein kleines Tischstativ entschieden. Ich brauche es vor allem für Aufnahmen von mir selbst, time lapse Sequenzen und Nachtaufnahmen. Es gibt eine grosse Menge billiger, kleiner Stative die meiner Meinung nach nicht viel taugen. Das welches ich verwende ist stabil und hat einen vollwertigen Kugelkopf.

 

Laptop

Der Hauptgrund warum ich einen Laptop mit auf Veloreisen nehme, ist die Fotografie. Ich verwende ihn aber nur dann wenn ich auch Strom-Anschluss habe.

  • So oft es geht lade ich die Bilder von der Kamera und organisiere sie auf dem Laptop. Dabei behalte ich nur die guten Bilder und verschwende dadurch keinen Speicherplatz.
  • Nun bearbeite ich die besten Bilder. Nur weil ich das auch schon Unterwegs machen kann, habe ich auch die Möglichkeit von dem was ich gemacht habe zu lernen und mich zu verbessern. Was war nicht optimal? was kann ich noch ausprobieren?
  • Zuletzt mache ich damit noch Backups auf meine externen HD's

Bei Laptop vor allem darauf achten, dass er robust ist. Ich habe schon einige Laptops kaputt gekriegt unterwegs. Es war aber immer das Gehäuse (Deckel, Gelenk, Tastatur) und nie die Elektronik! Dann sollte er natürlich klein und leicht sein und die Batterie möglichst lange halten.

 

Externe HD

Sie soll natürlich so klein, leicht und robust wie möglich sein. Im Moment erfüllen das Gehäuse mit 2.5 Zoll HD's und USB 2.0 oder 3.0 am Besten, bei denen dann auch keine zusätzliche Stromversorgung notwendig ist. Man mag vielleicht denken, dass eine HD auf Veloreisen besonders heikel ist. Ich habe nun schon viele HD's unterwegs dabei gehabt, aber dabei überhaupt noch nie einen Disk-crash gehabt. Bei den neuen SSD (im Rechner oder extern) ist das natürlich immer weniger ein Problem. SSD sind kleiner und noch unempfindlicher, sind dafür aber deutlich teurer.

Beim Editieren werfe ich zuerst so viele Bilder weg wie möglich. Sie müssen vor allem technisch OK sein (Schärfe, Belichtung). Um das zu beurteilen muss ich das Bild bei 100% sehen. Nur wenn ich keine Alternative zu einem sonst interessanten oder wichtigen Bild habe behalte ich es. Wenn ich vom selben Objekt viele Bilder gemacht habe behalte ich nur die 5-10 Besten.

Das Bearbeiten der Bilder unterwegs ist mir sehr wichtig. Zuerst einmal vermeide ich dadurch einen riesigen Bilder Backlog den ich erst nach der Reise abarbeiten muss. Das ist bei mehreren 10'000 Bildern ein riesiger Aufwand.

Noch wichtiger aber ist mir, dass ich meine Bilder fortlaufend beurteilen und gemachte Fehler korrigieren kann. Ich kann mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, Blenden und ISO's experimentieren und das Resultat danach kontrollieren und optimieren. Auch das grosse Staubkorn mitten auf dem Sensor kann ich so entfernen bevor ich viele weitere Bilder mit der Kamera gemacht habe.

Digitale Bilder können sehr kompakt transportiert werden. Aber im Worst-Case kann sich dann auch eine grosse Anzahl sehr schnell in Luft auflösen und für immer verloren sein. Der grosse Vorteil von digitalen Daten ist aber, dass sie beliebig oft, verlustfrei kopiert werden können. Backup zu machen ist auch zu Hause wichtig. Unterwegs darauf zu verzichten ist Leichtsinnig.

Die Bilder können auf verschiedene Arten verloren gehen: der Laptop/HD kann gestohlen werden oder kaputt gehen. Ich kopiere die Bilder auf meine zwei externen HD's. Diese transportiere ich dann nicht zusammen in derselben Tasche.

Bilder nach Hause schicken

Etwa alle 6-12 Monate versuche ich meine Bilder nach Hause zu schicken. Pro Monat fallen bei mir ca. 500 - 1000 Bilder an. Bei 30MB pro Bild ergibt das 90 - 180GB in 6 Monate.

  • Das einfachste wäre natürlich die Daten auf einen Server hochladen zu können. Doch bei den Datenmengen ist das utopisch und dauerte ewig.
  • CD und DVD scheiden aus weil die Kapazität zu klein ist (gerade mal 155 Bilder haben auf einer DVD Platz). In 6 Monaten bräuchte ich 19 - 38 DVD's
  • Eine externe HD ist das günstigste Medium für solche Datenmengen

Ich kaufe mir dann also jeweils vor Ort eine günstige externe HD, auf welche ich die Bilder kopiere und schicke diese gut verpackt mit der Post nach Hause. Oft finde ich andere Schweizer, die mir die HD nach Hause nehmen und dann dort noch per Post schicken. Natürlich lösche ich meine Bilder lokal erst wenn ich sicher bin dass die HD zu Hause angekommen ist und noch funktioniert.

Den Laptop benutze ich wie gesagt nur, wenn ich einen Strom-Anschluss habe. Bei der Kamera habe ich mich so organisiert, dass ich mindestens 4 Wochen nicht an die Stromversorgung muss. Dass heisst ich habe genügend Speicherkarten und Ersatzakkus für mindestens 4 Wochen. Konkret sind das bei mir 2 Ersatzakkus und eine 32GB Speicherkarte. Auch wenn ich so viel Zeit wie möglich beim Zelten in der Natur bin, war das noch nie ein Problem. Alle paar Wochen finde ich überall eine Steckdose welche ich anzapfen kann.

Unterwegs kann ich Akkus aufzuladen mit meinem Dynamo. Ich verwende dies für die Kamera-Akkus (nicht den Laptop). Details siehe hier.

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