Keine Frage, Tibet ist meine Lieblingsdestination. Besonders die abgelegenen Hochebenen West-Tibets sind in ihrer Art einfach einmalig auf diesem Planeten. Neben den klassischen Strecken gibt es hier unzählige Möglichkeiten Neues zu entdecken.

Übersichtskarte

Aktuelle Lage

Seit April 2008 ist es praktisch unmöglich geworden alleine nach Tibet einzureisen. Seit diesem Zeitpunkt sind vor allem die Checkpoints durch die Armee verstärkt. Dadurch ist es nicht mehr möglich, ohne Permit einzureisen, wie das vorher viele Jahre lang möglich war. Dies gilt für die gesamte TAR, ausserhalb dieser (Amdo, Kham) kann man meist ohne Probleme reisen.

Visum

Um durch Tibet reisen zu dürfen braucht es zuerst, wie im restlichen China, ein Visum. Am einfachsten Visum bereits Zuhause bei der chinesischen Botschaft beantragen. Die Bedingungen für ein Visum ändern sich ständig, auch wie lange man kriegt. Oft wird verlangt, dass man Flug- und Hotelbuchungen vorweisen muss. Auf jeden Fall informieren, wo es gerade aktuell am einfachsten geht. Mehr als 30 Tage sind aber heute kaum drin.

Einer der Besten Orte um ein China Visum zu kriegen ist immer noch Hongkong. Auch hier kriegt man nicht mehr 6 Monate wie früher, aber immerhin geht es schnell und ohne Bedingungen.

In Hongkong gibt es eine Vielzahl von Agenturen, welche das Visum organisieren können. Eine der besseren:

FTB:
Adresse: RM 916-917,NEW MANDARIN PLAZA TOWER B,14 SCIENCE MUSEUM RD, TST EAST, KOWLOON HK.

Visumverlängerung

Meistens kann man sein Visum zweimal um 30 Tage verlängern. Das kann man im Prinzip bei jeder PSB tun. Aber auch hier gibt es natürlich grosse Unterschiede, Orte wo das gut klappt, andere die ganz schlecht sind. Auch hier: informiere dich über die aktuelle Lage.

Alien Travel Permit ATP

Für alle Gebiete der TAR (Tibet Autonomous Region, das was China als Tibet bezeichnet) braucht es ein ATP um dort unterwegs sein zu dürfen. Ein solches Permit kriegt man nur als Gruppe über eine Reiseagentur. Es ist deshalb heute nicht mehr möglich individuell in diesen Gebieten zu reisen.

Ausserhalb der TAR (Kham, Amdo auch als Ost-Tibet bezeichnet) braucht es ein solches Permit nicht und es ist nach wie vor möglich hier individuell zu reisen. Es gibt aber natürlich im Grenzgebiet zur TAR immer wieder Orte wo man zeitweise nicht hin darf.

Navigation

Gute Karten für Tibet zu finden ist gar nicht so einfach. Die Karten von Nelles, Gizi Map, Reise Know How etc. sind in etwa vergleichbar. Die Beste Papierkarte ist für mich die von Gecko Maps.

Heutzutage würde ich für die Navigation aber sicher GPS verwenden und die Papierkarte nur noch zur Übersicht/Planung/Backup. Die OSM Karte sind recht aktuell und die meisten Strassen sind vorhanden.

Gesundheit

In Tibet ist man oft tagelang entfernt vom nächsten Arzt. Mit einer guten Reiseapotheke sollte man also auf jeden Fall ausgerüstet sein.

Ich bin kein Arzt, möchte im folgenden aber einige Punkte erwähnen, die in Tibet wegen seiner extremen Lage speziell sind.

Höhe

Der grösste Teil des tibetischen Plateau liegt auf Höhen zwischen 4000 und 5000m. Höhenkrank kann jeder werden, unabhängig seiner Fitness und vorherigen Erfahrungen! Die Beste Prävention gegen die Höhenkrankheit ist eine gute Akklimatisation. Dies geschieht natürlich am Besten wenn man aus eigener Kraft auf das Plateau hochfährt. Über 3500m wird empfohlen nicht mehr als 500 Höhenmeter pro Tag aufzusteigen (entscheidend ist, wo man die Nacht verbringt). Am Besten also sich also genügend Zeit lassen beim ersten Aufstieg auf grosse Höhen. Einmal auf dem Plateau gewöhnt sich der Körper recht schnell an die neuen Umstände und das Risiko der Höhenkrankheit ist dann deutlich kleiner. Wichtig ist auf diesen Höhen viel zu Trinken. Der Körper verliert viel Flüssigkeit, was man bei der extrem trockenen Luft gar nicht wahr nimmt.

Ich würde Diamox für den Fall der Fälle mitnehmen, bin aber dagegen diese als Prävention zu verwenden (was oft getan wird).

Sonnenschutz

Unbedingt einen guten Sunblocker mitnehmen um sich gegen die extreme Sonneneinstrahlung zu schützen. Ich habe jeweils einen mit Schutzfaktor 50 dabei.

Giarda

Giardia ist eine Amöben Art die im Wasser vorkommt und im Himalaya weit verbreitet ist. Unbedingt Wasser filtern oder abkochen auch wenn der Bergbach noch so schön aussieht!

Giardia erkennt man an Durchfall, Bauchschmerzen und unangenehmen Rülpsern die nach faulen Eiern stinken. Die Symptome dauern ein paar Tage und kommen dann im Abstand von 1-2 Wochen wieder zurück. Das effizienteste Antibiotika gegen Giardia ist Tinidazol oder Metronidazole. Zuhause ist dieses Medikamnent nicht zugelassen, es ist aber z.B. in Zentralasien und Nepal überall erhältlich. In China ist es ebenfalls in den meisten Apotheken erhältlich. Am besten wohl das nebenstehenden Bild mit dem chinesischen Namen mitnehmen, da die Englische Bezeichnung dort nicht bekannt ist (Danke an Christoph Egger für das Bild).

Kälte

Meistens ist das Wetter in Tibet recht gut und die Temperaturen sind tagsüber recht angenehm. Bei schlechtem Wetter kann es aber sehr schnell empfindlich kalt werden. Unbedingt genügend warme Kleider vor allem für Füsse, Hände und Gesicht dabei haben. In der Nacht kann es etwa bis zu -20°C werden.

Tollwut

Die 'Hundesituation' ist sehr unterschiedlich, je nachdem wo man ist. In West-Tibet hatte ich ganz wenige Hunde angetroffen. Selten waren sie ein Problem. In Ost-Tibet dagegen trifft man immer wieder auf Hirtenhunde die sehr aggressiv sind. Einige dieser Tiere haben auch Tollwut. Ob man sich dagegen impfen lassen will sei jedem selber überlassen.

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